Wirr
Unzugestandene Wahrheit ist im Grunde
nichts als ein Weg der unmöglichen Reinheit eines jeden Individuums,
welches sich nach der Entdeckung einzelner Strukturen endlich wieder
eingefunden hat und dem bestrittenen Gang der Zeit einhergeht. Ich
kann nicht mit Sicherheit sagen inwieweit sich das Gesamte auf uns
auswirkt, doch ich kann sagen dass ich mich mit dem abgefundenen Bild
der Wirklichkeit keine genauen Punkte auf der Erdebene gesteckt habe.
Klarheit ist die eisige und abstrahierte Weise wie wir Dinge in den
Momenten größter Schwierigkeit erklären können, um nicht selbst an
den gezielten Untergrabungen zu versinken und schlussendlich einen
maßgeblichen Sprung in falsche, ja sogar vermeintlich fatale Höhen
zu machen. Doch das Ganze muss man nochmal differenzierter
betrachten. Nicht jeder hat die Fähigkeit sich selbst und sogar den
Menschen zu seiner Rechten gerecht zu vertreten, nicht jeder kann in
den gelobten Gesängen eines engelsgleichen Schwarmes aufgehen und die
gesammelte Kraft, welche mit reiner Energie gleichzusetzen ist, so in
sich aufnehmen, dass ein geregelter Sinn dahinter steckt. Nicht mit
Augen sondern mit der nötigen Gefühlsfläche kann man so aber doch
in die gewünschte Stufe übertreten und auch gleich damit beginnen
die Dinge parallel zu betrachten und nicht nur ingezieltem Wesen an
sich zu begutachten. Der Frage am Anfang bleibt offen stehen
inwieweit wir das aber ersehen können. Das Sehen an sich ist nicht
mit dem Schauen zu verbinden, ein größerer Unterschied liegt nicht
nur am Entdecken der beiden Wörter, sondern am Sinn in sich selbst.
Schauen wird hier mit dem längeren Betrachten und verinnerlichen
eines bestimmten Objekts oder Subjekts verstanden, im Gegenzug
dagegen das Sehen, welches man als flüchtiges und weniger Verinnerlichtes ansieht. So muss man also den Unterschied für sich
verstehen und bedacht wählen, denn der Zuhörer vermag tatsächlich
über der Gabe stehen diesen weiten Distanzierungen zu strotzen. Mit
dem Tropfen eines aufwallenden Wolkengeschwürs, mit dem Stich eines
erhitzenden Sonnenstrahles, mit dem schrecklichen Bauchkrawall eines
aufziehenden Gewitters und schlussendlich mit der Auflösung aller
drei Gefühle, verspürt man den Drang sich selbst ein Stück weiter
zu bewegen und nicht dem Trott einer sich ermattenden Gruppe zu
versteifen, sich weitgehend so bewegen das kein Grashalm dem auf
stäubenden Sand auch nur einen gewissen Widerstand leistet. Die
Bewegung an sich betrachtet ist zwar am Beginn das Entscheidende,
danach bewegt man sich aber vielleicht ohne jeglichen Gedanken, was
natürlich fatal wäre und nicht aus mal-bar. Malen wir einmal ein
Bild in Gedankenkraft unserer eigenen Struktur, erkennen wir, nicht
nur an dem entstandenen Objekt an sich, wie intensiv und kraftvoll
die aufgetünchte Vibration in uns aufsteigen kann und in vielen
kleinen Kristallen streut. Obwohl die verbrannte Gedankenkraft nicht
immer einen Kontakt zu weiter bildenden Synapsen bilden muss, kann
die Erkenntnis durch ganz andere Wege entstehen, womit man
vielleicht zuallererst nicht ausgehen möchte. Das immer wieder
aufkeimende, aufreißende und mit Adlerschlag fliegende Gefühl einer
in sich ausgestoßenen Sache, die wir im tiefen Wollen und doch
Verdrängen in uns tragen, vermeint in mancher Situation gleich einer
Seifenblase in tausend einzelne seifige Stücke zu zerfallen, jedoch
ohne jegliches Geräusch einer dazugehörigen Explosion. Die obig
stehenden Worte, welche für manch einen, die unglaubliche
Sinnlosigkeit in sich widerspiegeln vermag, jedoch für
Gedankenführer und verständlicher zweiter Person die Wahrheit in
sich verbirgt, müssen erstmals in wahrheitsgetreuer Weise verstanden
werden. Doch einmal ausgegangen von vergangenem Tatendrang in
verbundener Freiheit entscheiden wir selbst was zu uns und doch eben
was mit treuer Gestaltung unserer Umgebung verbunden werden kann. Für
meinen Teil habe ich mich für die unerschütterte Seelenmacht der
individuellen Schaffenseinheit entschieden und muss zugeben das nicht
alles was wir in den bereits vergangenen Zeiten, in zeitlich
steinigen, eisigen und feurigen Wegen der Gegebenheiten geschaffen
haben, in sich schlüssig ist. Es kann zudem eine Ebene geöffnet
werden in der wir in unendlicher Leere, verbunden mit Dunkelheit,
jedoch doch im Licht stehend, keinen weiteren verborgenen Grund mehr
sehen uns damit in geebneter Art und Weise auseinander zu setzen. Es
ist zwingend notwendig nicht dem vernichtenden Urteil einer
gestattenden Instanz vertrauen zu schenken, sondern die in sich
ergreifende Traurigkeit zu nehmen und in die Regenbogen gesprengten
Wiesen dieser Welt zu katapultieren um nachher den Schrei so laut und
so weit wie möglich zu rebellieren. Ob der Wortsinn schlussendlich
noch stimmt ist in tragender Stimmigkeit nicht zu garantieren, doch
wer, wie es die durchschnittliche Instanz zu sagen pflegt, zwischen
den Zeilen lesen kann, wird tatsächlich auch ein Verständnis dafür
bekommen um was es im eigentlichen Sinne geht. Die schmerzende
Zerspaltung, dennoch verschlungen in Schneckenförmigen Häusern auf
deren Dächern das Eis schmilzt und im nächsten Moment wieder
vereist, kann man das Unmögliche einmal von einem anderen Standpunkt
betrachten und nicht in einseitiger Freude auf diesem komplexen
Konstrukt herumtrampeln als wäre die Besonderheit gänzlich
ausgelöscht. Mit dem schauenden Auge genauestens betrachtet stößt
man vielleicht auf den Ausdruck der innewohnenden Geborgenheit, aber
dennoch mit dem sehendem Auge, in flüchtig sprunghafter
Gedankenlosigkeit, harsch betrachtet und am Ende am Boden einer
völlig anderen Ebene verstanden, führen solche Abstraktionen in die
amüsantesten Gebilde. Und nun bestaune einer mal ein solches
Gebilde, wie kann es so rund und doch überall in ungehaltener
Vielfalt eckig und kantig sein, ähnlich wie ein spitz-läufiger
Meeresstern der in langsam kreisender Ruhe nach Selbstverwirklichung
strebt? Wie kann es sein dass das Wässrige in der Härte einen
Übergang finden kann, wo doch die gesamte Kontradiktion in einem
Prozess vorschneller Entscheidungslinien seinen Anfang findet? Die
beiden Fragen, nun in absehbarer Zeit gestellt, werden nicht
beantwortet, da sich in ihnen keine in sich schlüssige Antwort
verbirgt, sondern die rhetorische Mittellosigkeit mich zu einer
solchen Entscheidung getrieben hat. Traurig nun von diesem Standpunkt
aus einen neuen Zielpunkt aufzugreifen besitzt man scheinbar nur in
Situationen besonderer Gehobenheit, eine gegebene Chance in den
Bereich vollendeter Gedanken neu einzutiefen und die ganze Sache in
separierter Form anzugehen mit dem Wunsch nach strebender
Unbändigkeit zu kämpfen. Diese treibende Kraft, am Anfang sowie am
Ende vorhanden, bringt manch einen in einen unsäglichen Sturm
aufgewühlter Beschaffenheit, nicht zu verwechseln mit dem Verstummen
jeglichen Gefühles, sondern mit staubiger Klarheit geschaffenem
Chaos, welches erst nach Beendigung dieser Gesamtstimmung platt und
aufgeräumt in den Regalen unseres Daseins scheinbar mit boshafter
Belustigung sein Ende finden kann. Aber nun genug mit sentimentaler,
pessimistisch angehauchter Reihung selten oder gar noch nie bedachten
Sätzen, schwenken wir zu einer ganz anderen Beschaffenheit über,
die sich in der Schwäche des Menschen an sich verborgen fühlt. Um
diese Schwäche jedoch von all den anders artigen und manchmal
ungläubig ähnlichen Schwächen menschlichem Daseins abzugrenzen,
wird einmal das Wort Schwäche in die Einzelheiten eines
zersprungenen Glases unterteilt und mit der unendlich hellen
Bestrahlung einer zu Sonne gehörenden Lanze, zu hinterleuchteten.
Acht sind es, acht an der zahl zugeteilte Buchstaben sind es, die das
Wort Schwäche beschreiben und somit das verbundene Gefühl in ein
Wort mit genau diesen gewählten Buchstaben fügt. Einmal von der
Theorie abgesehen, birgt das Wort im praktischen Sinne eine
vielschichtige, teils radikale und verletzende Konversation mit dem
Gegenüber, die sich über das Denkende hinaus in unbeschreiblichen
Zirkulationen nicht kontrollierbar, über unser Haupt erhebt und in
niemals endenden Stürmen mit Blitz, Hagel und Gestürm, nur in
Situationen endlicher Ruhe abtaucht, um dann aber im selben Atemzug
tiefer einzudringen. ©
M.
Toll geschrieben!! Ich bin sprachlos...Kein einfacher Text ich bezweifle zwar selbst das ich alles verstanden habe...musste den Text mehrere male lesen..Wenn man jedoch nach der Zeit Hinter Rätsel kommt ist man erstaunt wie ernst die Wahrheit doch ist..
AntwortenLöschenLG Phinio